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Der Fruntsberger Ritter Schloß Matzen war - wie man weiß - lange Zeit im Besitz der
Edlen von Freundsberg. Einer der berühmtesten dieses Geschlechtes
war Georg von Fruntsberg, der als Landsknechtsführer weitum bekannt
war. Damals war Matzen nicht mehr Eigentum dieser adeligen Familie, sie
hatte das Schloß im Jahre 1468 verkauft und war aus Tirol fortgezogen. Den Fruntsberger jedoch litt es nicht lange. Eine seltsame Unruhe hatte sich seiner bemächtigt. Er wollte heim zu seiner "Trautgesellin" nach Matzen, obwohl der nahe Wildbach gefährlich anschwoll und mächtige Steine mit sich führte. Einen anderen Weg aber gab es nicht. Da mußte er hinüber, ob er wollte oder nicht. "Laßt es sein, edler Ritter, es ist zu unwirtlich draußen, hört Ihr denn nicht?" Ja, ein heftiger Sturm fegte durch den Wald. Die Bäume bogen sich und ächzten unter seinem harten Zugriff. Wild peitschte der Regen an die kleinen Fensterscheiben. Und wieder beschworen die Jäger den Fruntsberger, doch zu bleiben, denn bald würde das Gewitter vorüber sein. So aber würde er sich zumindest eine starke Erkältung holen, wenn nicht mehr, "waschelnaß" aber würde er ganz sicher. All das gute Zureden vermochte nichts. Der Ritter machte sich davon, sauste über die Geröllhalden und stieg in den Wildbach hinein, wo er alle Mühe hatte, sich über Wasser zu halten. Entwurzelte Baumstrünke hemmten seinen Weg, Felsbrocken schwemmte der wildgewordene Bach einher, doch geschickt wich der Fruntsberger jeder Gefahr aus und gelangte so ans Ufer. Müde, erschöpft und wirklich "waschelnaß", wie seine Jagdgenossen sich ausgedrückt hatten, aber - was machte das schon aus? Heil und gesund kehrte er zurück ins Schloß, wo ihn seine Gemahlin voller Bangnis erwartete.
"Wie gut, daß du gekommen bist", sagte sie, "ich hatte so große Sorge um dich " Was aber geschah mit den Leuten auf der Almhütte? Sie gingen ausnahmslos zugrunde. Eine Mure verschüttete alle Senner und Jäger, die sich in den Unterkünften so sicher gefühlt hatten. Der Ritter von Fruntsberg half den Angehörigen, so gut er konnte, den Toten aber ließ er ein Marterl errichten mit dem Spruch:
Quelle: Die Heidin, Alpbacher Sagenbuch, Berta Margreiter, Innsbruck 1986, S. 52f. |