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Vom Thomasabend

In Poppendorf (Steiermark) soll es in einem fast verfallenen Wirtschaftsgebäude, das einem geizigen gehört hatte, nicht geheuer sein. Darin befindet sich noch ein Butterfaß, das die Eigenschaft besitzt, demjenigen der es in Bewegung setzt, sein zukünftiges Schicksal zu offenbaren. Er muß nämlich ein Ohr auf die Öffnung des Fasses legen. Glockgeläute bedeutet seinen baldigen Tod, Musik zeigt seine baldige Verheiratung an.

Eine Dirne vernahm am Thomasabende ersteres, und soll bald darauf gestorben sein. Und am Thomasabend jedes Jahres soll das Mädchen in jener Hütte am Butterfaß stehen und bereit sein jedem Sonntagskinde Aufschluß über seine Zukunft zu geben.

Quelle: Mythen und Bräuche des Volkes in Oesterreich, Theodor Vernaleken, Wien 1859, Nr. 47, S. 343f.