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  Die Teufelsbeschwörung

An der Straßenkreuzung des Marktes Ilz fanden sich in der Mitternacht zwischen elf und zwölf Uhr zwölf Knaben zusammen. Jeder war mit einer einjährigen Haselrute versehen, und gemeinsam sprachen sie die Beschwörung. Einmal hörte ein anderer Knabe die Beschwörung mit an, doch der Teufel erschien mit der Frage: „Wie viel an der Zahl?“ – „Zwölf!“ war die Antwort. „Und der dreizehnte gehört mir“, gab der Teufel zurück. Dann rannte er dem Lauscher, der die Flucht zur Kirche ergriffen hatte, nach, fasste ihn im Turm und trug ihn durch die Mauer des Glockenhauses davon. Dabei schlug sich der Knabe blutig.

Quelle: Haiding, Karl: Volkssagen aus der Steiermark, S. 254, Graz - Wien 1982
(nach nach Mayr, Ilz, S. 224. Uns Nr. 136 u. Anm.)
Email-Zusendung Franz A. Rabl, Fürstenfeld, November 2008