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Die Teufelin Barbara

Über Graz ging am 2. August 1657 ein fürchterliches Hagelunwetter nieder. Auf sämtlichen Feldern und Gärten waren die Früchte vernichtet. Die Hagelschloßen hatten die Größe einer Männerfaust und das Aussehen von Totenköpfen. Eingeschlossen im Hagel waren Hexenhaare und sogar eine Schere. Für dieses Hexen- und Teufelswerk machte man zwei Landstreicher verantwortlich. Der Landstreicher Ruprecht gab unter der Folter zu, dass er eine Liebesbeziehung mit einer schönen Teufelin namens Barbara hatte. Für diese Teufelin brach er in Kirchen ein und stahl aus den Tabernakeln die geweihten Hostien, die zur Lustbefriedigung für die teuflische Liebhaberin geschändet wurden. Die beiden Männer wurden mit glühenden Zangen gezwickt, erdrosselt und am Scheiterhaufen verbrannt.

Quelle: Johann Schleich (Hg.), Der steirische Sagenschatz, Graz 1999, S. 376