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Der unterirdische See im Schöckl

Manche Bewohner von Stattegg betrachten die Andritzer Ursprungquelle als den Abfluß eines unterirdischen Sees, der sich im Inneren des Schöckls befinden soll.

Auch aus dem Frauenloch und dem Andreasloch am Fuße des alten Steinbruches in der Nähe dringt bei starken Gewittern Wasser, und dann kommen schwarze, blinde Forellen zum Vorschein.

Es wird erzählt, daß das viele Wasser im Schöckl einmal das Bersten des Berges zur Folge haben wird. Für den 18. August 1804 war von einem Wahrsager eine solche Katastrophe vorhergesagt.

Und wirklich sollen sich am selben Tag etliche Menschen in großer Furcht vor einer Überschwemmung auf die Platte geflüchtet haben. Ein lustiger Grazer schrieb danach:

„Es sollt am heutgen Tag der Schöckl bersten
Und unsre alte Stadt im Wasser untergehn,
Verkündete ein Seher uns. Doch wenn nicht Gersten-
Oder Rebensaft ihn dies Truggesicht ließ sehn,
So war gewiß dem armen Tropf
Das Wasser in dem Kopf.“

Quelle: Hans von der Sann, Andritz und Umgebung.
In: Annemarie Reiter (HG.), Grazer Sagen und Geschichten, Graz 1996, S. 192.