SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Österreich >> Steiermark

   
 

Die Löffelgänse in Liebenau

Bereits im 12. Jahrhundert wird von den Grafen von Liebenau berichtet. Siegfried von Liebenau zog 1188 als Kreuzfahrer nach Jerusalem, um Ruhm zu ernten und Nachlass seiner Sünden zu erwirken. Bevor er wegging, schenkte er Teile seiner Besitzungen den Kirchen und Klöstern in Salzburg und Admont. Siegfried kehrte nie wieder zurück. Dort wo heute Liebenau liegt, waren ausgedehnte Sümpfe und man nannte das Gebiet auch Brühl. Es handelte sich um einen beliebten Aufenthaltsort unzähliger Biber.

Zu Weihnachten 1290 war es derart warm, dass die Veilchen blühten und das Gras grün wurde und zu wachsen begann. Eine Vielzahl unbekannter Vögel, Pelikane sagte man, fiel ein und fing in der Mur Fische. Die Bauern jagten die Vögel und erschlugen sie. Plötzlich fiel Schnee und es wurde bitterkalt. Die Vögel erfroren und ganz Graz hatte reichlich zu essen. Die Vögel wurden auch Löffelgänse genannt.

Quelle: Johann Schleich (Hg.), Der steirische Sagenschatz, Graz 1999, S. 383.