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Eulen als die Ursache der Wilden Jagd

Einmal wollte ein neugieriger Mann die Wilde Jagd von nahe sehen. Er ging am Abend allein in den Wald und stellte sich mit seiner Flinte im Arm auf die Lauer.

Die Wilde Jagd kam gegen Mitternacht. Flugs schoß er mitten hinein, und siehe da! Ein großer Uhu stürzte herunter.

Nun war das Rätsel gelöst und das Gespenst entlarvt. Der Uhu führt nämlich seine flüggen Jungen in der Nacht mit sich herum, um sie zu ihrer künftigen Lebensart anzuleiten. Alle schrieen dabei, die Alten mit tiefer, die Jungen mit höherer Stimme.

Das ist das Jagdgeläute. Das Rauschen machen die Flügel, und die glühenden Kohlen sind ihre leuchtenden Augen.

Quelle: Ignaz Kollmann, Über die Wilde Jagd.
In: Annemarie Reiter (HG.), Grazer Sagen und Geschichten, Graz 1996, S. 158.