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9.2 Türkenschanzen

Als im Jahre 1529 die Türken Wien belagerten, sollen der Sage nach ihre wilden Streifscharen über Windischgarsten (Oberösterreich) auch ins steirische Grenzgebiet vorgedrungen sein. Eine türkische Horde kam auch ins Stodertal, plünderte und verwüstete dieses, während sich die Bewohner auf die steirischen Grenzberge zurückzogen. Hier errichteten sie an allen Stellen, wo ein Übergang möglich war, starke Schanzen, die sie mit großen Steinen bedeckten. Die Namen „Türkenkar“, „Türkenkarsattel“ u. a. erinnern noch heute an jene schreckensvolle Zeit. Die tapferen Stoderer aber wurden von der Übermacht bis zur „Siegestalhöhe“ bei der Poppenalm zurückgedrängt und die Türken rückten zum Salzsteigjoch vor. Hier kamen den Oberösterreichern die Steirer zu Hilfe, griffen die Türken überraschend an und stürzten viele Unholde in die schroff abfallenden Kare, wo sie zerschmettert liegen blieben. Nur ein kleiner Rest konnte über Klachau ins Ennstal entkommen, wo er sich mit jener Horde vereinigte, die über Spital am Pyhrn nach Liezen vorgedrungen war.

Diese türkische Abteilung zog dann das Salzatal aufwärts und soll bei Weichselboden vollständig vernichtet worden sein.

Quelle: Sagenhaftes Hinterbergertal, Sagen und Legenden aus Bad Mitterndorf, Pichl-Kainisch und Tauplitz vom Ende der Eiszeit bis zum Eisenbahnbau, Matthias Neitsch. Erarbeitet im Rahmen des Leader+ Projektes „KultiNat“ 2005 – 2007.
© Matthias Neitsch