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5.6 Die Sterbeglocke von Maria Kumitz

1776 wurde die zweite Glocke in den Turm der Kirche von Maria Kumitz aufgezogen. Sie wurde dem Schutz des Hl. Florian empfohlen. Ihr Guß erfolgte durch Johann Hammerschmied in Leoben. Einer Volkssage zufolge aber soll die Zügen- (Sterbe-) Glocke unter einem Stein im Pötschenwald bei Mitterndorf gefunden worden sein.

Im Gebiet des Pötschenwaldes befindet sich ein wahrscheinlich frühgeschichtlicher Schalenstein, ferner ist der Pötschenwald Schauplatz einer Variante der Sage vom „vergessenen Kind im Berge“, die nach Meinung des Sagenkundlers Georg Rohrecker mit vorchristlichen Totenkulten zu tun haben könnte, worauf auch Flurbezeichnungen mit keltischen Wortstämmen („Pötschen“, Roßkogel“) hinweisen sollen (siehe Rohrecker, Georg: Druiden, wilde Frauen, Andersweltfürsten. Das keltische Erbe in Österreichs Sagen; Wien 2002). Auch die Route eines prähistorischen Salztransportweges führt bei diesem Stein vorbei, wie archäologische Funde mittlerweile bestätigten.

Quelle: Sagenhaftes Hinterbergertal, Sagen und Legenden aus Bad Mitterndorf, Pichl-Kainisch und Tauplitz vom Ende der Eiszeit bis zum Eisenbahnbau, Matthias Neitsch. Erarbeitet im Rahmen des Leader+ Projektes „KultiNat“ 2005 – 2007.
© Matthias Neitsch