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7.1 Das Wetterloch und die versunkene Kirche in der Lopernalm

Nördlich vom Bad Mitterndorfer Ortsteil Zauchen steht der gewaltige, 1961 m hohe Lawinenstein, auch Lopernstein genannt. Dort oben gibt es ein „Wetterloch“, das wie ein Schacht fast senkrecht in den Berg hinabführt. Wenn man einen Stein ins Loch hinabwirft, kommt am Abend sicher ein schweres Gewitter.

Am südlichen Abhang des Lawinensteins befindet sich die Lopernalm, wo zahlreiche Almhütten stehen. Dort soll in grauer Vorzeit eine Kirche versunken sein.

Etwa eine halbe Stunde weiter nordöstlich liegt ein kleiner See neben einer weiteren Alm, auch in diesem See soll seine versunkene Kirche liegen. Einst war dort eine Alm, die so gut gewesen ist und einen so reichen Ertrag abgeworfen hat, daß die Leute wohlhabend geworden sind. Aus Dankbarkeit haben sie dann eine Kirche gebaut. Nach und nach sind aber die Menschen dort hochmütig und stolz geworden und leichtsinnig, haben die Gottesgaben verunglimpft, haben mit Butter die Schuhe geschmiert, mit Käse eine Brücke gepflastert und mit Speck die Fugen an den Hütten verstopft. Die Strafe hat unweigerlich kommen müssen: Die Alm ist versunken und die Kirche mit ihr. An dieser Stelle hat sich dann der heutige See gebildet. Von der Kirche hat man nichts retten können als die Glocke und den Schlüssel. Die Glocke, die ganz aus Eisen gegossen war, befindet sich heute noch draußen in Unterburg und wird als Wetterglocke benützt, und den Schlüssel soll ein Bauer in Tauplitzwall haben.

Quelle: Sagenhaftes Hinterbergertal, Sagen und Legenden aus Bad Mitterndorf, Pichl-Kainisch und Tauplitz vom Ende der Eiszeit bis zum Eisenbahnbau, Matthias Neitsch. Erarbeitet im Rahmen des Leader+ Projektes „KultiNat“ 2005 – 2007.
© Matthias Neitsch