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6.14 Fuchsspuk in der Christnacht

Den Vater eines Knechtes beim Zauchenwirt in Zauchen bei Bad Mitterndorf packte einmal in der Christnacht die Jagdlust, obwohl in dieser Heiligen Nacht, die zu den Rauhnächten gehört, das Jagen streng verboten ist. Als er so durch die Nacht ging, und bei einem Zaun vorbeikam, sprang plötzlich ein großer Fuchs auf die hohe Zaunsäule. Dieser Fuchs hatte einen so langen Schwanz, dass er ihn weit nachgezogen hat. Von der Zaunsäule herab hat er den Jäger mit weit aufgerissenen Augen durchdringend angeschaut. Dabei wurden seine Augen immer größer, und Funken sprühten heraus. Der Jäger konnte dem Blick nicht lange standhalten und lief entsetzt nach Hause. Von diesem Tag an ging er nie wieder auf die Jagd, und während der Christmette blieb auch nie mehr allein zu Hause.

Quelle: Sagenhaftes Hinterbergertal, Sagen und Legenden aus Bad Mitterndorf, Pichl-Kainisch und Tauplitz vom Ende der Eiszeit bis zum Eisenbahnbau, Matthias Neitsch. Erarbeitet im Rahmen des Leader+ Projektes „KultiNat“ 2005 – 2007.
© Matthias Neitsch