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5. Sagen aus Ligist und Umgebung.

Beim „Weißen Kreuz“.

Ein Bauer stieg einst an einem Nachmittag zur Herbstzeit auf den Aiblkogel, um einen Hasen zu schießen. Als er zum Weißen Kreuz kam, war es schon recht dunkel, und weil er müde war, setzte er sich am Fuß eines Felsblocks nieder und tat einen tüchtigen Schluck aus seiner Schnapsflasche. Nach der Rast wollte er heimgehen, konnte dies aber nicht, weil plötzlich hohe, dunkle Mauern sich rund um ihn emportürmten. Soviel er auch nach einem Ausweg suchte, er mußte im Wald übernachten. Als er einmal aufwachte, sah er viele kohlschwarze Männlein rund um den Felsblock tanzen, schlief aber gleich wieder ein. Beim Morgengrauen war vom ganzen Teufelsspuk nichts mehr zu sehen, und der Bauer konnte unbehelligt nach Hause wandern.

Quelle: Was die Heimat erzählt, Die Weststeiermark, Das Kainach-, Sulm- und Laßnitztal. Herausgegeben von Franz Brauner. Steirische Heimathefte. Graz 1953.
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