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3. Der Spuk im Münichhof.

Im Münichhof (Mönchhof) bei Stallhofen soll es schon in früheren Zeiten öfters „gegeistert“ haben. — Er ist ein altes Landhaus, das 1586 dem Stift Rein gehörte. Auch Erzherzog Johann weilte 1829 und 1851 als Gast in diesem Haus: eine Gedenktafel erinnert an den hohen Besuch. Vom 6. Oktober 1816 bis zum Allerheiligentag des gleichen Jahres hat es im Haus ganz grauslich gespukt. Alle Gegenstände, die in der Küche nicht niet- und nagelfest waren, z. B. Teller, Schüsseln, Gläser, Flaschen und andere Gegenstände, flogen zeitweise plötzlich in der Luft herum, ohne zu zerbrechen, und niemand wurde dabei verletzt. Zahlreiche Menschen kamen in den Münichhof, um den Spuk zu schauen, doch konnte trotz eifrigster und genauester Untersuchungen keine Erklärung für diese seltsamen Vorgänge gefunden werden. Schließlich hörte der Spuk am Allerheiligentag von selbst auf. Seither hat sich im Haus nichts Seltsames mehr ereignet.

Quelle: Was die Heimat erzählt, Die Weststeiermark, Das Kainach-, Sulm- und Laßnitztal. Herausgegeben von Franz Brauner. Steirische Heimathefte. Graz 1953.
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