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5. Sagen aus Ligist und Umgebung.

Das Männlein mit den Würsten.

Beim Franzelbauer auf dem Satzberg war eine Magd gestorben. Ein Mann aus Ligist ging hinauf, um die Totenwacht zu halten. Im Wald sprang auf einmal ein buckliges Männlein vor ihm her, das auf einer langen Stange Würste trug. Der Ligister dachte sich, daß der Wicht die Würste gewiß gestohlen habe, lief ihm deshalb nach, konnte ihn aber lang nicht einholen. Endlich war er so nahe, daß er schon nach den Würsten greifen wollte. Plötzlich verschwand das Männlein spurlos in einem Erdloch. Der Mann stieß mit einem Stock hinein, konnte ihn dann aber nicht mehr herausziehen, er mochte zerren, soviel er wollte. Da bekam er Angst und ging eiligst nach Ligist zurück. Ana andern Morgen hielt er Nachschau, ob der Stock noch da wäre und konnte ihn mühelos aus dem Loch herausziehen. Das Männlein mit den Würsten ward nie mehr gesehen.

Quelle: Was die Heimat erzählt, Die Weststeiermark, Das Kainach-, Sulm- und Laßnitztal. Herausgegeben von Franz Brauner. Steirische Heimathefte. Graz 1953.
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