SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Österreich >> Steiermark >> Sagen aus dem Kainachtal, Sulmtal, Laßnitztal, Franz Brauner

   
 

8. Aus Alt- und Neu-Leonrod.

Das Leonroder Männchen.

Ein Spielmann ist einmal abends von einer Hochzeit durch den Gößnitzgraben nach Hause gegangen. Als er zum Leitenhiasl-Steinofen kam, stand dort ein Männlein, versperrte ihm den Weg und rief: ,,Die Nacht g'hört mein, da Tog g'hört dein!"  — Da antwortete der  Spielmann: „Weg und Steg muß frei sein!" und rief es noch zweimal. Da zeigte das Männlein mit seinem dürren Zeigefinger zur nahen Ruine Leonrod, wobei der Finger immer länger und länger wurde, bis er schließlich an der Ringmauer anstieß. In diesem Augenblick verschwand das unheimliche Männlein.

Quelle: Was die Heimat erzählt, Die Weststeiermark, Das Kainach-, Sulm- und Laßnitztal. Herausgegeben von Franz Brauner. Steirische Heimathefte. Graz 1953.
© digitale Version: www.SAGEN.at