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5. Sagen aus Ligist und Umgebung.

Das Blümelkreuz.

Der einstige Besitzer des Hauses Lederer auf dem Ligistberg hatte die üble Gewohnheit, bei den nichtigsten Anlässen fürchterlich zu fluchen und zu lästern. Eines Tages fluchte er wieder ganz unsinnig und beschwor sogar den Teufel aus der Hölle heraus. Dieser erschien wirklich und sprach: „Wenn du noch einmal so fluchen und lästern wirst, komme ich dich holen!“ — Der Bauer hielt sich lange Zeit zurück, doch als er eines Tages vom Stainzer Viehmarkt recht verärgert nach Hause kam, begann er wieder zu fluchen und zu schelten. Da kam der Teufel, packte ihn beim Genick, um mit ihm auf die Hebalpe zu fliegen. Als er mit seiner Last gerade bergwärts flog, krähte plötzlich der Hahn im Blümelhof, und der Teufel mußte den Bauern loslassen. An der Stelle, wo er unverletzt zu Boden fiel, ließ er einen Bildstock, das heutige „Blümelkreuz“, errichten. Auch beim Hause Lederer, von dem der Teufel den Bauer weggetragen hatte, wurde ein Bildstock aufgestellt.

Quelle: Was die Heimat erzählt, Die Weststeiermark, Das Kainach-, Sulm- und Laßnitztal. Herausgegeben von Franz Brauner. Steirische Heimathefte. Graz 1953.
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