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DER "WILDE MANN" ZU SALZBURG Gegenüber dem Festspielhaus in Salzburg erhebt sich über einem Steinbrunnen eine merkwürdige Erzfigur.
Brunnenfigur "Wilder Mann",
Salzburg Sie stellt einen Mann dar, dessen Leib ganz mit Schuppen bedeckt ist; in der einen Hand hält er einen Schild, in der anderen eine Keule. Die Sage erzählt, daß der "Wilde Mann" sich einmal im Jahr um sich selbst drehe, um hierauf wieder zwölf lange Monate starr und unbeweglich auf seinem Platz zu verharren. Dieses Wunder soll sich stets am Karfreitag, genau um die Mittagsstunde, beim Zwölfuhrläuten, vollziehen, und alte Salzburger behaupten, sie hätten dies mit eigenen Augen gesehen. Viele andere aber sind schon am Karfreitag vor dem "Wilden Mann" gestanden, ohne daß dieser auch nur einen kleinen Ruck gemacht hätte. Einige sagen, das kommt daher, weil der "Wilde Mann" auf seine Salzburger nicht mehr gut zu sprechen ist, seitdem sie ihn vor Jahren von seinem ursprünglichen Platz in der Griesgasse1 entfernt haben, so daß er nicht mehr über die rauschende Salzach hinschauen kann, andere wieder bezweifeln, daß man am Karfreitag die Glocken - - - nun, denkt selbst einmal darüber nach! Und überhaupt müsse man ein Glockenspielkind und genau zur nämlichen Stunde geboren sein, in der er sich zu drehen anschicke! Wer all das nicht glaubt, der soll am Karfreitag selbst zum "Wilden Mann" gehen und dort auf das Mittagläuten warten. Er wird dabei seine Wunder erleben! Quelle: Josef Brettenthaler, Das große
Salzburger Sagenbuch, Krispl 1994, S. 26
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