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Die Wilden Leute ziehen weg

Auf der Hütteggalpe in Großarl, einer der ältesten Ansiedlungen des Tales, gibt es Felshöhlen, in welchen die Wilden Leute gehaust haben sollen. Zur selben Zeit gab es aber auf jenen Bergeshöhen weder Reif noch Schnee. Eines Tages im Spätherbste aber, als eine Wilde Frau aus ihrer Felsenwohnung trat und ihre Kindwindeln aufhängen und trocknen wollte, erblickte sie die umliegende Gegend mit Reif bedeckt. "Oh weh", rief sie, "nach Reif kommt Schnee! " Vor Schrecken blaß eilte sie in ihre Höhle zurück, packte ihre Habe zusammen und nach wenigen Stunden war sie mit ihrer Familie und allen ihren Nachbarn verschwunden. Darauf fing es an zu schneien, und seitdem deckt ewiger Schnee diese Höhen.

Quelle: Fr. V. Zillner, 322 Sagen aus Salzburg (= Mitteilungen der Salzburger Landeskunde 1863), S. 272, zit. nach Leander Petzold, Sagen aus Salzburg, München 1993, S.194.