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Die drei Pilger

Drei fromme Männer erschienen im Pongau und machten die Einwohner auf das Tal Gastein und die in demselben aufbewahrten Schätze der Natur aufmerksam. Sie wiesen ihnen sogar einen Pfad, welcher die Anhöhen und Berge hinan in die gesegnete Gegend führte. Die Menschen waren nicht undankbar, sie bauten ihnen zu Ehren westlich auf der Anhöhe zwischen Klammstein und dem Bärnkogel eine Kapelle, zu den drei Wallern genannt, und ein Gemälde stellt die drei Pilger vor, wie sie die Höhen Gasteins ersteigen. Die Knappschaft verehrt sie als kundige Bergleute, die Bauernschaft als Genossen ihres Standes, alle aber betrachten die drei Männer als Gesandte Gottes, welche den Ackerbau und den christlichen Glauben in das Tal verpflanzt hätten. Das im Jahre 1619 hier aufgestellte Kreuz wird vom wallfahrenden Volke für wundertätig gehalten.

Quelle: B. Pillwein, Erzählungen und Volkssagen aus den Tagen der Vorzeit, Linz 1834, zit. nach Leander Petzold, Sagen aus Salzburg, München 1993, S. 260.