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DIE DREI WALLER

Eines Tages erschienen im Pongau drei den Einwohnern ganz fremde und unbekannte Männer von frommer Gebärde und ehrwürdigem Aussehen. Sie verkündeten, daß droben im Hochgebirge eine warme Heilquelle verborgen liege, und zeigten den darob Verwunderten einen Pfad, der über Berge und Felsen immer aufwärts führte bis zu dem gesegneten Orte. Dann verloren sich die drei Männer und entschwanden höher hinaufwärts. Die Menschen staunten die Kraft des heiß aus der Tiefe sprudelnden Wassers an, welches Wunden heilte, Schwache kräftigte, Gelähmten den Gebrauch ihrer Glieder wiedergab. Knospen, über das Wasser gehalten, erschlossen sich zur Blüte, unreife Früchte, in die warme Flut gereicht, zeitigten, verwelkte Blumen blühten von neuem auf. Dankbar segneten die Menschen diejenigen, die ihnen die Quelle gezeigt, und verewigten ihr Andenken.

In einer Kapelle, die sich bald darauf am Bade erhob, zeigt ein Altarbild die frommen Einsiedler Primus und Felician, wie sie das verwundete Wild baden, und eine andere Kapelle, westlich auf der Anhöhe zwischen Klammstein und dem Bärenkogel, wird Zu den drei Wallern genannt; in ihr zeigt ein Gemälde, wie die drei Pilger zu den Höhen des Wildbades emporsteigen.


Quelle: Volkssagen, Mährchen und Legenden des Kaiserstaates Österreich, Ludwig Bechstein, 1840