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Die Sage vom "Diena - Putz"


Der "Diena" war einer der ältesten Bauernhöfe am Sonnberg, die Gebäude aus Holz dürften 400 - 500 Jahre alt gewesen sein. Sie waren seit vielen Jahren nicht mehr bewohnt und verfielen. Anfang der Neunziger-Jahre wurden Haus und Stall abgerissen. Der "Diena" stand östlich vom Gensbichlbauern.

In Dokumenten als "Thürner" bezeichnet, von den Neukirchnern aber "Diena" genannt. Ca. 200 m westlich vom Gensbichlbauern rinnt tief unten in einem Graben der Dürnbach - " da Dienbåch".

Und als "da Diena" noch bewohnt war, also vor langer, langer Zeit, soll es da gegeistert haben. Ein Putz trieb sein Unwesen und ärgerte die Leute bei jeder Gelegenheit.

Waren im Winter die Weiberleut beim Wollespinnen, riss der Putz die Stubentür auf, und ein kalter Windstoß fegte die Wolle vom Schoß der Spinnerinnen. Manchmal ließ er sogar eine Spule aus der Gabel springen. Wenn ein Knecht beim Holzhacken war, konnte es schon vorkommen, dass er mit voller Wucht die Hacke in den leeren Hackstock sausen ließ, weil der Putz zuvor das Holzscheit auf den Boden gestoßen hatte. Besonders in der Nacht rumpelte und knarrte es oft im Haus. Manche Leute meinten, ein Geist müsse einen Schatz hüten, der irgendwo im Haus versteckt sei.

Eines Tages wollte der Bauer im Vorhaus eine neue Stiege machen. Er riss die morschen Treppen weg. Vor dem Haus spaltete er die einzelnen Stufen - und siehe da - aus einer fiel ein Haufen Geld heraus!

Von nun an war der Diena-Bauer ein reicher Mann. Einen Teil des Geldes verschenkte er an arme Leute im Dorf - und damit hat er wohl den Putz erlöst.

Denn seither hat den Geist niemand mehr gesehen oder gehört, er blieb für immer verschwunden.

Quelle: Helene Wallner, Sagensammlerin und -führerin, Emailzusendung vom 3. Mai 2005