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Die Geister im Krimmler Wasserfall
Vom Dorfe Krimml, das am Fuße des Krimmler Tauern, jener Gebirgskette, welche sich gegen den Großglockner hinzieht, gelegen, führt über die hohe Platte ein Steig nach Zell im Zillertal. Unter dem Landvolke ist nun die Sage im Schwunge, daß in dem großen Wasserfall, der sich bei Krimml in majestätischer Schönheit herabstürzt, Geister wohnen. Gar mancher Wanderer hat sie gesehen, wenn sie über den tosenden Fluten ihr unheimliches Spiel trieben.
Jeder, der über die Hohe Platte wandert, wirft auch einen Stein in den Wasserfall, weil dadurch ihm die Geister günstig gestimmt werden und ihn vor allem Unheil, vor jedem Unfall auf dem gefährlichen Wege bewahren. Schon viele haben dies versäumt und es nachher bitter bereut, denn sie mußten hart dafür büßen.
Quelle: R. von Freisauff, Salzburger Volkssagen, Bd.
1, Wien/Pest/Leipzig 1880, S. 229, zit. nach Leander Petzold, Sagen aus
Salzburg, München 1993, S. 243f. |