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Das steinerne Totenbuch in Traunkirchen Oberhalb der Kirche am Kalvarienberg, beim "Zellerl", wo einst ein Eremit hauste, bot die überhängende Felswand des Baalsteins (von Einheimischen auch Beilstein genannt) wohl schon vorchristlichen Menschen Schutz. Die Überlieferung berichtet von einer seltsamen Einsiedlerklause, von heidnischen Kultstätten auf dem Baalstein und der Geiswand. Laut Überlieferung handelt es sich um einen uralten Totenkult zu neuem Leben erwacht in Zeiten der Bedrängnis.
Baalstein, Traunkirchen Die Felswand diente den Protestanten während der Gegenreformation und in den Jahrzehnten dannach als heimliche Totengedenkstätte. Die in Traunkirchen für die Wiederbekehrung der Bevölkerung zum Katholizismus zuständigen Jesuiten hatten immer wieder gedroht, die Leichname der Protestanten im Sumpf zu versenken oder im Wald zu verscharren. 1943 wurden die Gravuren wiederentdeckt. Es finden sich Jahreszahlen, Buchstaben, Begriffszeichnungen und Nachbildungen bestimmter Geräte.
Gravuren und Ritzzeichnungen in
einem Felsen am Baalstein, Traunkirchen
Als Begriffszeichnungen finden sich Rauten, Schrattelgatter (zur Abwehr von Dämonen), verschiedene Schmuckformen, wie Herzen und der Lebensbaum, aber auch Gewerbezeichen.
Gravuren und Ritzzeichnungen in
einem Felsen am Baalstein, Traunkirchen
Gravuren und Ritzzeichnungen in
einem Felsen am Baalstein, Traunkirchen
Die Skizze zu obigem Foto Die Felswand diente vermutlich als Totengedenkstätte,
von den Namen der Toten finden sich - mit Ausnahme eines einzigen, voll
ausgeschriebenen - ausschließlich nur Initialen, so daß eine
Entdeckung vermieden wurde.
Das Gelände unterhalb der
Felswand am Baalstein vom Zellerlwanderweg gesehen, Traunkirchen Vom Aufstieg zum Felsen am Baalstein kann nur abgeraten werden, es führt kein Weg dorthin, das Gelände ist außerordentlich steil und gefährlich. Quelle: Willi und Hilde Senft, Geheimnsivolles Salzkammergut.
Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Graz - Stuttgart 2003,
S. 63 - 64.
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