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DER NAME LINZ

I. Der Name der oberösterreichischen Landeshauptstadt geht zurück auf ein keltisches Wort, das in der lateinischen Form Lentia überliefert ist und durch die deutsche Lautverschiebung zu Linz wurde. Es gibt verschiedene Erklärungen dieses Ortsnamens, aber noch keine endgültig anerkannte.

Briefmarke 500 Jahre Landeshauptstadt Linz

Briefmarke 500 Jahre Landeshauptstadt Linz
5 S, Republik Österreich 1990
Sammlung Morscher privat

Die Sage begründet den unverständlichen Stadtnamen durch folgenden Bericht: Im Jahre 784 belagerte Tassilo, Herzog von Bayern, — es ist derselbe, welcher das Kloster Kremsmünster stiftete - unsere Stadt, ohne sie jedoch einnehmen zu können. Da träumte er eines Nachts, er sei auf der Jagd und setze einem Luchs, der lateinisch lynx heißt, erbittert nach, könne ihn aber nicht erlegen. Am Morgen erinnerte sich Tassilo des Traumes und nahm ihn als Wink und Weisung. Er hob die Belagerung auf und rief beim Abzug aus: „Hinfüro sollst du Aurelium Lynx heißen!" Davon verblieb der Stadt der Name Linz.

II. Eine andere sagenhafte Deutung des Stadtnamens Linz geht aus vom althochdeutschen Wort „lint", das Schlange bedeutet und heute nur mehr im Worte Lindwurm erhalten blieb. So meinte man: „Der Name Linz erinnert demnach an jene gräßlichen Ungeheuer, welche in den unermeßlichen Sümpfen brüteten, die an der Nordseite der Alpen erst nach langer Zeit mittels des Rheines und der Donau abliefen. Der Lindwurm hinderte das menschliche Gedeihen in solchen Gegenden."


Quelle I: Schmidt Justus, Linzer Kunstchronik, III. Teil. Linz, 1952, S. 233., Seyringer, Chronik, Begebenheiten der landesfürstlichen Stadt Linz. Hs., S. 2, Stadtarchiv Linz. LR E 6/2.
Quelle II: Die Sagenwelt oder Volkssagen, Erzählungen . . . aus alten und neuen Tagen. Linz 1837. S. 31
aus: Hans Commenda, Sagen in und um Linz, in: Oberösterreichische Heimatblätter, Jahrgang 21, 1967, Heft 3/4, S. 27 - 74.