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DIE TÜRKENSAGE VON KATZELSDORF

Als die Türken in unser Land kamen, flohen die Katzelsdorfer Bauern mit Hab und Gut auf die höchst gelegene Stelle der Gegend, den Hamet-Parzt. Dort befand sich einst der schon zu damaliger Zeit abgekommene Ort Harnet. Von dieser sicheren Stelle aus öffneten sie die Schleusen der drei Bäche, die sich zum Hametbach vereinigen, so dass ihr Zufluchtsort wie eine sichere Insel aus einem See herausragte.

Als es nun Abend wurde, entzündeten die Katzelsdorfer mehrere große Feuer und veranstalteten ein Fest. Die Türken waren durch den Lichterschein aufmerksam geworden und kamen mit ihren Rössern im Galopp daher. Als sie sich mit wehenden Fahnen dem Lichterschein näherten, ertranken die meisten von ihnen im Wasser. Einige der Feinde aber überlebten und rächten sich am nächsten Tag bitterlich: Sie drangen in Katzelsdorf ein und raubten alles, was sie noch vorfanden und töteten alles Leben, das ihren Weg querte.

Das einzige Lebewesen, das dem Morden der Türken entrinnen konnte, war eine Katze. Nach dieser wurde der wiederaufgebaute Ort dann Katzelsdorf genannt.

Quelle: Das Weinviertel in seinen Sagen, Thomas Hofmann, Weitra 2000, S. 220