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DER GROSSE UND DER KLEINE STAATZER BERG

Burg Falkenstein © Harald Hartmann

Burg Falkenstein am Staatzer Berg
© Harald Hartmann, 23. Februar 2006

Unübersehbar ist der große Staatzer Berg. Der weiße Kalkkegel mit seiner Ruine, die aus dem Jahr 1645 stammt, als die protestantischen Schweden durch das Land zogen, ragt mitten aus der Laaer Ebene in die Höhe. Der kleine Staatzer Berg ist hingegen nicht so bekannt: er befindet sich im Süden des großen Staatzer Berges. Die kaum zehn Meter hohe, bewaldete Kuppe liegt gleich neben der Straße und wird seit Jahrhunderten von einer Kreuzigungsgruppe und einem Kalvarienberg bekrönt.

Als die Türken unser Land heimsuchten, zogen sie mit einer großen Reiterschar vom Morgenland nach Westen, um auf jeder Kirche ihren Halbmond aufzupflanzen. Als die Truppen in der Gegend von Staatz waren, ließ deren Anführer einen jeden seiner Krieger einen Turban voll Erde aufschütten. Auf diese Weise entstand der große Staatzer Berg. Als die Türken nun nach zahlreichen Kämpfen geschlagen und vertrieben werden konnten, kehrten sie wieder in ihre Heimat zurück. Doch vorher schütteten die wenigen Verbliebenen gleich in der Nähe des ersten Hügels abermals ihre erdgefüllten Turbane aus. So entstand der kleine Staatzer Berg.

Staazer Berg © Harald Hartmann

Staatzer Berg
© Harald Hartmann,
24. März 2006

Quelle: Das Weinviertel in seinen Sagen, Thomas Hofmann, Weitra 2000, S. 205