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SCHLOSS GLASWEIN

Kaiserin Maria Theresia pflegte auch im Ernstbrunner Wald zu jagen, wo sie damals Gast des Ernstbrunner Schlossherrn, Fürst Prosper von Sinzendorf, war. Als die kaiserliche Gesellschaft erschöpft mitten im Ernstbrunner Eichenwald Rast machte, hatte die Herrscherin Lust, ein Glas Wein zu trinken. Da ihr der Fürst den Wunsch nicht erfüllen konnte, ließ er an der Stelle, wo die kaiserliche Jagdgesellschaft gerastet hatte, ein Schloss bauen, wo immer ein "Glas Wein" für die Herrscherin bereitstand.

Eine andere Überlieferung berichtet von einer Jagdgesellschaft, die dem Wein kräftig zusprach. Als dann an jener Stelle ein Schloss erbaut wurde, mauerte man bei der Grundsteinlegung ein Glas mit rotem und ein Glas mit weißem Wein ein. Alte Aufzeichnungen nennen schon 1673 eine Glasweiner Wiese. Der Name soll daher kommen, dass auf der Wiese als Grenzzeichen ein Glas Rotwein in einem Erdhaufen vergraben wurde.

Quelle: Das Weinviertel in seinen Sagen, Thomas Hofmann, Weitra 2000, S. 186