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DIE NAMENSSAGE

Wo heute die weit sichtbare Kirche von Wartberg steht, befand sich einst ein Schloss. Ein hartherziger und grausamer Ritter hauste hier und die Bevölkerung fürchtete ihn sehr.

Eines Tages kam der Herrgott, der früher öfter durchs Land ging, auch zur Burg des hartherzigen Ritters. Der Liebe Gott klopfte dort an und begehrte Einlass. Doch der Burgherr wies ihn vor die Tür und hetzte ihm sogar seine wilden Hunde nach. Der Herrgott war über diese Hartherzigkeit gar sehr betrübt. Traurig wanderte er weiter. Bald setzte er sich zwischen Grafenberg und Straning auf einen Felsblock um auszuruhen. Der hohe Felsblock steht heute noch und heißt auch "Herrgottsitz". Von dort blickte er zur Burg nach Osten und sprach: "Wart, du Berg!" Kaum hatte der Herrgott diese Worte gesprochen, versank die gesamte Burg mitsamt ihren Bewohnern in der Tiefe. Nur noch der Name "Wartberg" hat sich in der Bevölkerung gehalten.

Zur Sühne errichtete man später eine Kirche mit einem großen, weithin sichtbaren Turm.

Quelle: Das Weinviertel in seinen Sagen, Thomas Hofmann, Weitra 2000, S. 36