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DER FREVLERISCHE HUSAR

Es begab sich im Jahr 1805, als die Franzosen ins Land zogen und auch in Hadersdorf samt den umliegenden Orten raubten und plünderten. In ihrem Übermut kamen die fremden Reiter auf allerlei absonderliche Gedanken. Sie rühmten und brüsteten sich, wer von ihnen der Bessere sei. Einer wollte auf ganz besondere Art seine Treffsicherheit unter Beweis stellen. Als er an der Martersäule unweit des Armenhauses in Hadersdorf vorbei ritt, stach ihm ein Christusbild in die Augen. Der Herrgott schien ihm ein geeignetes Ziel, um sich als Schütze zu beweisen. So legte er das Gewehr an, drückte ab und die Kugel des Husaren traf den Korpus des Heilands mitten in die Brust.

Doch die Strafe des Himmels folgte auf der Stelle. Denn als der Husar über die damals noch hölzerne Kampbrücke ritt, stürzte diese ein. Der frevlerische Schütze konnte sich nicht retten und ertrank in den Fluten.

Eine andere Variante will wissen, dass den Husaren erst später in Wien die gerechte Strafe ereilte. Als er auf seinem Pferd mitten auf einer Donaubrücke ritt, scheute das Ross und warf den Reiter in die Fluten der Donau, wo er jämmerlich ertrank.

Quelle: Das Weinviertel in seinen Sagen, Thomas Hofmann, Weitra 2000, S. 159