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EIN HIRSCH STÖRT DEN KIRCHENBAU

Die Kirche von Herzogbirbaum sollte ursprünglich m sogenannten Marktberg, südöstlich vom Orte errichtet werden. So oft aber beim Bau die Mauern über den Boden ragten, stieß sie jedesmal ein gewaltiger Hirsch, dler aus dem Walde kam, um, ja er ging sogar auf die Bauleute los. Mehrmals begann man den Bau von neuem und jedesmal umsonst. Da sah man darinnen den Willen Gottes und begann den Kirchenbau am Anger inmitten des Ortes. Der Bau ging ohne Störung vor steh und die Kirche steht noch heute dort. Zum Andenken meiselte man die Umrisse des Hirsches in die Innenwand des Turmes. Bei einer Trockenlegung legte man den Boden der Kirche höher, daß von dem Hirsch beinahe nichts mehr zu sehen ist.
(Müllermeister Johann Mauckner.)

Quelle: Carl Calliano, Der niederösterreichische Sagenschatz, Bd. V, Wien 1936

Herzogirbaum, Turmaufgang; Harald Hartmann

Turmaufgang in der Kirche von Herzogbirbaum
Elektroinstallation an der Stelle, an der sich die Darstellung des Hirschen befand.
© Harald Hartmann, November 2008

Heute (2008) ist der Hirsch verschwunden. Wie die 79-jährige Mesnerin Emma Mayrberichtete, ging bei den Stemmarbeiten zur Erneuerung der Elektroinstallation der Hirsch verloren. Sie selbst hat ihn noch gesehen und konnte die Stelle genau zeigen.