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DER SAGENHAFTE HAUSBERG

Der Ort Stronegg ist so klein, dass es nicht einmal einen Wegweiser dorthin gibt. An den paar Häusern am Rande des Waldes zwischen Stronsdorf und Eichenbrunn fährt man meist achtlos vorbei. Die Stronsdorfer meinen zu wissen, dass Stronegg nur ein "Eck" von Stronsdorf sei. Die Stronegger aber lachen über derartige Gedanken nur. Mit Stolz verweisen sie auf ihren Hausberg, über den so manche wundersame Geschichte erzählt wird.

Über viele Jahrhunderte hinweg war dieses künstlich aufgeschüttete Erdwerk mit den zwei Kegelstümpfen kahl und von weitem sichtbar. Generationen von Stroneggern lebten am Fuße des Hausberges und berichteten stets von neuem ihren Kindern und Enkeln über ein Schloss, das einst hier gestanden sein soll. Es war wohl eine hölzerne Festung, denn Steine findet man heute keine mehr, die an ein Schloss oder eine Burg erinnern würden. Einige der Alten berichten auch von einem Schatz, der tief im Inneren des Hausberges vergraben sein soll. Andere wiederum glauben gar, dass es sich beim Stronegger Hausberg um das Grab eines einst mächtigen Fürsten handelt.

Es wird aber auch erzählt, dass auf den zwei nebeneinander liegenden Hügeln Schlösser gestanden sein sollen. Eines auf dem Hausberg, das andere am nahen Veigelberg. Von diesen beiden Festungen aus bekriegten sich zwei miteinander verfeindete Brüder, weiß der Sagenmund. Die grausamen Taten der beiden sind aber schon so lange vergangen, dass sich heute keiner mehr erinnern kann, was jeweils wirklich geschah. Wohl aber blieben sie in ihrem abgrundtiefen Hass und fürchterlichen Streit einander nichts schuldig und schlugen alles kurz und klein, so dass man heute sogar noch Scherben an den Hängen des Hausberges findet.

Quelle: Das Weinviertel in seinen Sagen, Thomas Hofmann, Weitra 2000, S. 195