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DIE STIMME AUS DEM ERDLOCH

Zwischen Limberg und Burg Schleinitz gibt es eine Flur, die "Heidenstatt" genannt wird. Der Name soll daraufhinweisen, dass sich an jener Stelle einst eine Stadt oder eine Ansiedlung befand. Deren erste Bewohner sollen einst ein frevelhaftes Leben geführt haben und daher - so berichtet man - versank die ganze Stadt im Boden. Heute ist davon freilich nichts mehr zu sehen, lediglich der Name erinnert noch daran.

So kommt es, dass es hier seither nicht mit rechten Dingen zuging. Es gab dort eine Stelle, an die beim Ackern kein Tier hin zu bewegen war. Ob ein Pferd oder ein Ochs vor den Pflug gespannt war, ob man sich von hüben oder drüben näherte, die Tiere blieben jedesmal davor stehen. Ein neugieriger Bauer sann darüber nach und begann schließlich an jenem Ort nachzugraben. Er vermutete nämlich an jener Stelle einen vergrabenen Schatz. Als er schon ziemlich tief gegraben hatte, hörte er plötzlich aus dem Erdinneren eine Stimme, die ihm zurief, ja nicht weiter zu graben, sonst sei er verloren.

Voll Schrecken über diese Worte, hörte der Bauer auf zu graben. Dies rettete ihm das Leben.

Quelle: Das Weinviertel in seinen Sagen, Thomas Hofmann, Weitra 2000, S. 35