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DER SCHATZ BEIM ANTONIKREUZ

An der Straße von Stockerau gegen Spillern steht rechts eine Säule, „Antoni- oder weißes Kreuz" genannt, dort soll es nicht geheuer gewesen sein. Einst, so erzählt die Sage, scharrte dort ein Hund einen französischen Tornister mit Geld aus. Man brachte dies mit folgender Begebenheit in Zusammenhang:

Schwurhände von Harmannsdorf © Harald Hartmann

Das Antonikreuz in Stockerau
© Harald Hartmann, Juli 2008


In einem Hause in Grafendorf verschwand, als 1805 die Franzosen da einquartiert waren, ein französischer Offizier spurlos, aber auch seine nicht unbeträchtliche Barschaft. Der Hausherr wurde gefangen und gemartert, daß er an den Folgen starb, er beteuerte aber seine Unschuld. Aber der Knecht, der ebenfalls verschwunden war, wurde nach einiger Zeit in der Au erhängt gefunden. Nun ging es beim Antonikreuz um, bis der Schatz gefunden war. Man sagte, der Knecht habe den Tod der beiden büßen und den Schatz hüten müssen. (Franz Haselsteiner, Stockerau.)

Quelle: Carl Calliano, Niederösterreichischer Sagenschatz. Bd. IV, 1927