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Das Schwedenkreuz von Reinprechtspölla

Wer die Bezirksstraße von Reinprechtspölla nach Gars entlang wandert, findet nach einem guten Kilometer ein niederes, knapp ein Meter hohes, grob behauenes Kreuz aus Sandstein am linken Wegrand stehend. An seiner Vorderseite ist eine Mistgabel eingemeißelt.

 

Schwedenkreuz bei Reinprechtspölls © Harald Hartmann

Das Schwedenkreuz bei Reinprechtspölla
© Harald Hartmann, Mai 2009

Von diesem „Schwedenkreuz" genannten Mal erzählt die Sage: Als die schwedischen Kriegsscharen 1645 sengend und raubend die Gegend überrannten, wurde eine Bauersfrau, die auf dem Felde Mist bereitete, von einem schwedischen Söldner überfallen. Da nur wenige Menschen es wagten, die schützenden. Häuser zu verlassen, blieben ihre Hilferufe angehört. In höchster Not und Verzeiflung stieß sie mit ihrer Mistgabel nach dem Angreifer, der zu Tode getroffen niedersank. Man begrub ihn an der gleichen Stelle und setzte später das Steinkreuz auf sein einsames Grab.

Als man zu Ende des 19. Jahrhunderts das Kreuz zwecks Verbreiterung der Straße etwas seitwärts versetzte, fand man tatsächlich noch einige menschliche Knochen.


(Ada Paul, Steinkreuzsagen aus dem Waldviertel)