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DAS SCHWEDENKREUZ IN THAUA

Schwedenkreuz in Thaua © Harald Hartmann

Das Schwedenkreuz in Thaua
© Harald Hartmann, August 2008

Die Umgebung von Thaures musste die schwedische Brandschatzung 1645 über sich ergehen lassen. Allensteig selbst wurde von den Schweden verbrannt. Diese verheerten die Stadt derart, dass nur einige Häuser erhalten und nur wenige Menschen am Leben blieben. Die Not war überaus groß. Bauern wurde der Schwedentrunk, siedende Jauche in den Mund gegossen, falls man ihrer habhabt werden konnte. Häuser wurden geplündert und angezündet. Das Elend war furchtbar und noch lange nachher schreckte man Kinder, wenn sie schlimm waren mit dem Spruch: "Da Schwed kimmt!". Noch heute lebt der Spruch:

"D' Schwedn sand kuma, haum olas mitgnuma,
haum d' Fensta eingschlogn, haum's Blei davaudrogn,
haum Kugln draus goßn, haum Bauan daschoßn"

Bei Thaua, neben dem Feldweg nach Groß-Haselbach steht das steinerne Schwedenkreuz unter einer mächtigen Rotföhre. Unter ihm sollen, so sagt man, schwedische Soldaten begraben sein.

Anmerkung: Als die mächtige Rotföhre abgestorben war, fertigte man aus ihrem Strunk einen Bildstock und pflanzte daneben eine neue Föhre.

Quelle: Ernst Krenn, Geschichte der Stadt Allentsteig, Allensteig, 1948