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Das versunkene Grabnerschlößl Dort, wo der Dorferweg über die RudoIfsbahn führt, steigt beim Grabner in Haidershofen ein rechteckiger Hügel aus dem Gelände, das auf der Ennsseite senkrecht in einer großen Schlierwand abfällt. Auf diesem Hügel, der früher flußwärts weit ausgedehnter gewesen sein soll, stand einst, so wird erzählt, ein kleines Schloß. Der letzte Schloßherr, ein Graf, war ein hintergründiger, grausamer Mann. Nicht nur, daß er seine Untergebenen roh behandelte, trieb er es ähnlich auch mit dem lieben Vieh. Manches Mal vergnügte er sich damit, daß er seine Hunde der Reihe nach durch ein kleines Pförtchen über die senkrecht zur Enns abfallende Wand ins Wasser werfen ließ. Schauerlich hallte dann das Geheul und Gejaul der angsterfüllten Tiere durch das Mühltal. Darüber konnte der sonst so schweigsame Wüterich aber derart lachen, daß es nur so schallte. Flußabwärts mußten die Knechte des Grafen mit Booten jene Hunde, die heil wieder aus der Enns emportauchten, einholen. Quelle: Sagen aus
dem Mostviertel, gesammelt von der Lehrerarbeitsgemeinschaft des Bezirkes
Amstetten, Hrsg. Ferdinand Adl, Amstetten 1952, S. 113 |