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VON DEN SALIGEN FRAUEN Mit "saligen Frauen" bezeichnen die Bewohner des Mölltales und des Drautales hehre und lichte Gestalten, die in Höhlen, Grotten und an Wässern wohnten. Sie verkehrten gerne mit Menschen, die in ihrer Nähe angesiedelt waren, und kamen aus ihren Höhlen herunter, um ihnen bei den Arbeiten in Haus und Feld helfend zur Seite zu stehen. Nur durfte man ihnen dafür keinen Lohn geben, sonst erschienen sie nie wieder. Im Umgange waren sie ernst und schweigsam und redeten nur, wenn sie allein waren. Sie hatten schöne Haare und eine liebliche Stimme. Nie nahmen sie Speise von den Menschen zu sich. "Hintn sehen, vür sehen I derf nit mer in Tag gen." Dann kehrte sie sich um und ging von dannen ohne von der Kleidung und den hingestellten Speisen etwas anzurühren. Von dieser Stunde an war sie nie mehr zu sehen. Franz Pehr, Kärntner Sagen. Klagenfurt 1913, 5. Auflage, Klagenfurt 1960, Nr. 64, S. 132
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