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DER DANK DES BERGMÄNNLEINS In dem fruchtbarsten Tale Kärntens, dem Lavanttale, breitete sich vor alten Zeiten ein weiter See mit dunkelgrünem Wasser aus, von mächtigen Bergen eingerahmt, die seine Fluten am Abfluß hinderten. Nur wenige Leute wohnten an den Ufern, denn zu Zeiten stieg das Wasser plötzlich und schwemmte die menschlichen Ansiedlungen, die zu nahe dem Ufer standen, hinweg. Im Innern der Koralpe hausten damals Zwerge. Sie schienen emsig zu schaffen, denn oft wurden sie von Bauern aus der Ferne beobachtet, aber niemand wußte zu sagen, worin ihre Arbeit bestand. Dennoch verbreitete sich in der Gegend das Gerücht, daß die Zwerge Gold und andere Schätze in Haufen aus dem Berge trügen und an unzulängliche Orte brächten. Da verabredeten sich die Bauern, ihnen die Schätze abzunehmen, und erspähten eine Gelegenheit, wo sie ein Zwerglein fingen, um seine Genossen zur Herausgabe ihrer verborgenen Schätze zu zwingen. Es wurde in sicheren Gewahrsam gebracht und lange Jahre gefangen gehalten, obwohl es immer von neuem beteuerte, keine Schätze zu besitzen. Die Habsüchtigen glaubten seinen Worten nicht und ließen es dreißig Jahre in der Gefangenschaft schmachten; nur wenn es ihnen den Schatz der Zwerge ausliefere, sollte es zu den Seinen wiederkehren dürfen. Franz Pehr, Kärntner Sagen. Klagenfurt 1913, 5. Auflage, Klagenfurt 1960, Nr. 33, S. 69
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