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DER BEINERNE TISCH Einst lebte auf Schloß Falkenstein eine Burgfrau, die sehr reich und sehr schön war, aber ein hochmütiges und kaltes Herz besaß. Als eines Tages der Festsaal eben mit Gästen gefüllt war, rief sie triumphierend aus: "Wer tut's mir gleich im ganzen Kärntnerland? Wer ist so reich, wer ist so schön wie ich? Was andere kaum im stillen sich zu wünschen wagen, hab' ich in üppiger Fülle! An hölzernen Tischen hab' ich gespeist, an marmorner Tafel und auf silberner Platte; und jetzt ist's glattes Gold, auf dem meine Schüsseln steh'n; nur eins bleibt mir zu versuchen - wie sich's auf einem beinernen Tische ißt. Man sagt, das Glück sei launisch; mir bleibt es treu. Ja wahrlich", fuhr sie fort, einen Ring vom Finger ziehend, "so wenig dieser Ring je wieder aus den Fluten, in die ich ihn jetzt werfe, emportaucht, so wenig wird der Stern meines Glückes je erlöschen!"
Sprach's und schleuderte den kostbaren Ring in das rauschende Wasser.
Bestürzt hatten die Diener, schweigend die Gäste die frevle
Rede vernommen, nur die stolze Burgfrau blickte lächelnd im Kreise
umher. Franz Pehr, Kärntner Sagen. Klagenfurt 1913, 5. Auflage, Klagenfurt 1960, Nr. 59, S. 122
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