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Die Kindsmörderin Eine Dirn lebte äußerst leichtsinnig und hatte schon drei Kinder. Alle hatte sie heimlich beiseite geschafft und verleugnet.
War die Dirn auch leichtsinnig und herzlos, so verstand sie es, durch ihre Schönheit die Burschen schlau zu bestricken. Kein Wunder, dass bald wieder ein reicher Bauer sich ernstlich an ihr verfing. Im Glauben, eine brave Jungfrau zum Altar zu führen, lud er ein großes Aufgebot zu der verabredeten Hochzeit. Schallende Musik rief schon zum Tanz. Die myrtenbekränzte Braut erhob sich von der Festtafel. Da kamen plötzlich die drei toten Kinder herein und riefen: »O Mutter mein, o Mutter mein!« Erschrocken leugnete die Herzlose:
Die getöteten Kinder aber riefen:
Jetzt jagte die sündige Dirn ihre drei toten Kindlein davon und ging in ihrem Frevelmut hinaus auf den Tanzboden. Es war auch schon ein recht stattlicher Tänzer da, der nur auf sie gewartet zu haben schien. In raschem Tanze jagten sie durch den Saal. Immer wieder wirbelte sie der Tänzer herum, bei jeder Runde war er eine ganze Spanne größer. In ahnendem Grausen wollte sich jetzt die Stolze von ihrem höllischen Gegenüber lösen und entfliehen. Der Teufel aber sprang wild hinter ihr her, schlug sich im Takte der Musik mit den flachen Händen knallend auf Schenkel und Waden und brüllte dazu: Die augenblicklich eingetretene Stille auf dem Tanzboden wurde zerrissen durch lautes Gerassel und ein Feuerwagen fuhr vor. Der Teufel schwang sich mit seiner Beute auf die rotglühenden Sitze, und unter Geheul fuhr das Höllengefährt in die Weite. Quelle: Leander Petzoldt, Deutsche Volkssagen, München 1978, S. 287 f., zit. nach Sagen aus Kärnten, Hrsg. Leander Petzoldt, München 1993, S. 168 - 169.
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