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Verschleppung eines Purbachers durch die Türken
Das Koppi-Kreuz bei Purbach, Burgenland Während der Türkenkriege drangen auch wilde Reiterscharen bis Purbach. Bei solchen Anlässen flüchteten sich die Purbacher Bewohner in das nahe Leithagebirge, um dort Schutz vor den Horden zu suchen und ihren Abzug abzuwarten. Bei einem solchen Einfall flüchteten sich ebenfalls die Purbacher in das Leithagebirge, wogegen der Besitzer Andreas Grein in seiner Behausung in Purbach zurückblieb. Als die Türkenschar den Grein fand, legten sie ihm Handschellen an, banden ihn an den Schweif eines Pferdes und ließen so den Grein beim Abzüge nachrennen, wobei auch Grein teilweise von dem Pferde nachgeschleift wurde. Die Türken nahmen so den Grein bis in ihren Staat mit, woselbst er in den Nächten in einem Schweinestalle hausen und beim Tage in einem Ackerpfluge ziehen mußte. Als Nahrung bekam er Nußkörner und Hirse. Nach circa sieben Jahren qualvollen Leidens gelang es Grein mit Hilfe
einer Landsmännin, aus der Türkei zu flüchten, und er kam
nach mehrmonatigem Fußmarsche, wobei er auf die Mildtätigkeit
der Leute angewiesen war, im Oktober 1647 nach Purbach, woselbst er circa
tausend Schritte vor dem Ort auf seinem eigenen Grund rastete. An dem Platz, wo Grein vor Purbach gerastet hatte (das ist an der heutigen Bundesstraße), ließ er eine Dreifaltigkeitssäule mit der Jahreszahl 1647 setzen.
Das Koppi-Kreuz bei Purbach, Burgenland Der heutige Eigentümer des besagten Besitzes namens Josef Schüller, Purbach Nr. 160, hält die Säule hoch in Ehren, und dieselbe befindet sich heute noch in gutem Zustand. Im Besitz des Schüller ist auch ein altes wertvolles Bild, welches
den Grein darstellt, als dieser von den Türken auf die geschilderte
brutale Weise von Purbach fortgeschafft wurde. Dieses Bild hat Schüller
leihweise dem Landesmuseum in Eisenstadt überlassen, wo es sich noch
befindet.
Das Koppi-Kreuz bei Purbach, Burgenland Quelle: Hermann Lachnit, Revieinspektor, in: Mitteilungen des Burgenländischen Heimat- und Naturschutzvereines III, Eisenstadt 1929, S. 52f, zit. nach Sagen aus dem Burgenland, Hrsg. Leander Petzoldt, München 1994, S. 150f. |