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Kaiser Joseph und der kluge Koch Da hat der Kaiser Joseph drei Erzbischöfe an der Tafel gehabt. So haben sie ihm aufgegeben, er soll ihnen auflösen, wie viele Sterne am Himmel stehen, wie viele Haare ein Schimmel hat und wie weit Glück und Unglück auseinanderliegen. Drei Stunden, haben sie gesagt, hat er Zeit. Er ist aber gleich davongelaufen zu ihrem Prior:
Dem Prior ist himmelangst und bang geworden. Er läßt den Koch holen. Er sagt zu ihm:
Zieht sich aus und verkleidet sich als Prior und der Pfarrer als Koch. Er ist in die Küche gegangen als Koch, und der Koch ist dageblieben als Prior. Er hat sich gleich drei, vier Flaschen Wein bestellt und den besten Braten. Wie die Stunde um war, klopft der Kaiser schon an. Das erstemal sagt der Koch nichts, das zweitemal auch nicht. Beim drittenmal sagt er:
Da tritt der Kaiser ein.
Quelle: Schwänke, Sagen und Märchen in heanzischer Mundart, Johann R. Bünker, Graz 1981 (ergänzte Auflage von 1906, hrsg. v. K. Haiding), Nr. 21, S. 53, zit. nach Sagen aus dem Burgenland, Hrsg. Leander Petzoldt, München 1994, S. 216f. |