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Der Wassermann Unsere Vorfahren im schönen Böhmerwalde haben an Wesen geglaubt, die in den Bächen und Flüssen wohnten, sich nicht selten den Menschen zeigten und auch freundschaftlich mit ihnen verkehrten. Der Wassermann wurde von den alten Nix (Nichus = Nickel) genannt. Die Erscheinung des Wassermannes war sehr bekannt. Bald saß er mitten in der Moldau auf einem Steine, bald begegnete er Leuten oder kam selbst in die Behausungen, die nahe dem Flusse lagen. Er war ein wildbärtiger Mann mit wassergrünem, dreieckigem Hute, breitem Schilfgürtel, großen Stiefeln und grauem Anzuge. Kinder wie Erwachsene, die er in Teiche, Seen oder Flüsse lockte, zog er hinab in die Tiefe und führte sie da in seinen Kristallpalast. Mit besonderer Vorliebe zeigte er sich den Holzflößern. Bei seiner Erscheinung standen die Flößer einen Augenblick wie versteinert, doch als ihnen der Wassermann mit dem Finger drohte, ergriffen sie schreiend die Flucht. Johann Tuma Quelle: Österreichisches Sagenkränzlein, Hans Fraungruber, Wien, Stuttgart, Leipzig 1911 |