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Der Spitzbrand bei Lilienfeld Als das Stift Lilienfeld im Traisentale gebaut werden sollte, rief der Baumeister den Teufel an und verschrieb ihm seine Seele, wenn er ihm den Bau glücklich vollenden helfe. Er dachte bei sich, es werde sich schon ein Mittel finden, den Bösen um die Beute zu betrügen. Allein es fand sich keins, und als das Gotteshaus fertig gen Himmel ragte, war der Satan zur Stelle und schoß mit seinem Opfer durch die Decke. In einem nahen Waldhange brannte er mit dem langen Schweife einen spitzen Winkel aus und verschwand sodann in einer Kluft.
Stift Lilienfeld mit dem Spitzbrand im Hintergrund Im Kapitelsaale des Stiftes befindet sich das angebliche Grabmal des leichtfertigen Baumeister. In Wahrheit ist die schwarze Öffnung an der Decke der Kamin eines Windherdes und das Grabmal stellt den Ritter von Hohenberg dar mit seinem Wappentiere, einem feuerspeienden Panther. Hans Fraungruber Quelle: Österreichisches Sagenkränzlein, Hans Fraungruber, Wien, Stuttgart, Leipzig 1911 |