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Schreckenwalds Rosengärtlein Auf dem hohen Aggstein unerhalb des Klosters Melk hauste einmal ei furchtbarer Raubritter, der die ganze Gegend unsicher machte. Sein Name war Schreckenwald. Hoch auf der steilen Felsenspitze des Aggstein war ein fast unzugänglicher, enger und schmaler Raum im Geklüfte, kaum drei Schritt lang und breit, der hatte nur einen Ausgang in einen furchtbaren Abgrund. Senn nun Räuber Schreckenwald einem Wanderer aufgelauert und ihn gefangen und beraubt hatte, schleppte er ihn hinauf in dieses enge Felsenbehältnis, das er mit verruchtem Scherze sein Rosengärtlein hieß. Da ließ er dem Unglücklichen die Wahl, ob er verschmachten oder sich in den tiefen, entsetzlichen Abgrund stürzen wollte. Diese Untaten trieb Schreckenwald lange Zeit, bis er einst einen Jüngling fing, der ein kühner und gewandter Springer und Kletterer war. Auch er wurde von dem starken Räuber in den grauenhaften Rosengarten gestoßen und die furchtbare Wahl ihm freigestellt. Ludwig Bechstein Quelle: Österreichisches Sagenkränzlein, Hans Fraungruber, Wien, Stuttgart, Leipzig 1911 |