SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Österreich >> Allgemein >> Österreichisches Sagenkränzlein

   
 

Mühllacken in Oberösterreich

Als im Jahre 1300 Ritter Hans von Schauenberg in die Gefangenschaft der Sarazenen kam, rettete sich sein Kanppe Bruno und zog mit Wunden und Aussatz bedeckt durch Österreich. Da erschien dem Knappen eines Nachts im Traum die heilige Jungfrau mit dem Kinde Jesu und sagte: „Längs des Pösenbache wirst du eine Quelle finden, die aus einem Felsen sprudelt. In diesem Wasser bade dich im Namen Jesu und du wirst geheilet werden.“

Bruno folgte dem Traumgesichte, fand die Felsenquelle und wurde geheilt. Immer mehr Kranke und Sieche wallfahrteten zu Brunso Quelle. So entstand der Badeort Mühllacken. Bis auf die heutige Zeit ist die Quelle heilbringend und wird auch ihre Kraft behalten zum Wohle und Schutze der Menschheit.

So erzählt die Sage, die wörtlich noch heut auf einer Tafel in dem kapellenartigen Überbau des Quellenursprunges im Pösenbachtale zu lesen ist.

Quelle: Österreichisches Sagenkränzlein, Hans Fraungruber, Wien, Stuttgart, Leipzig 1911
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Norbert Steinwendner, Dezember 2006.
© www.SAGEN.at