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Der Katzenball bei Mitterndorf In später Nachtstunde wanderte ein Knecht auf der Landstraße gegen Mitterndorf zu. Da hörte er plötzlich Musik. Er blieb stehen und sah sich nach allen Seiten um und nun schien es ihm, als kämen die Töne aus einer unweit der Wiese stehenden Scheune. Neugierig und verwundert schlich der Knecht hinzu und spähte durch ein Astloch in das, wie er nun sah, beleuchtete Innere. Welch seltsamer Anblick! In einer Ecke saßen mehrere Katzen, die hielten Knöchelchen in den Vorderpfoten und handhabten sie wie Musikinstrumente. Zwei geigten, eine griff den Brummbaß, eine andere blies die Trompete und eine fünfte fingerte auf dem Bein wie auf einer Flöte; das gab eine lustige Musik. An den Wänden rundum saßen viele andere Katzen, weiße, schwarze und graue, und unterhielten sich dem Anscheine nach ganz vortrefflich. Nach Friedrich Lobenstock Quelle: Österreichisches Sagenkränzlein, Hans Fraungruber, Wien, Stuttgart, Leipzig 1911 |