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Die Wichtlein bei Simmern

Nicht weit von dem Griéfchen, einer plateauartigen Anhöhe bei Greisch, soll eine große Anzahl Wichtelmännchen gewohnt haben. Sie bestahlen die Leute heimlich in der Nacht und nahmen ihnen oft das reife Getreide weg. Da gingen die Leute hin, überraschten sie durch List und steinigten sie zu Tode; daher soll der Ort, wo dies geschah, den Namen Stênrausch bekommen haben.

Später, als fast alle Wichtelmännchen in der Umgegend vertilgt waren, wohnte noch lange in einer Felsenhöhle ein Wichtelweib, das oft gesehen wurde und niemand etwas stahl. Die Höhle wird noch heute gezeigt und die Stelle, wo das Wichtelweib sein Feuer hatte. Man hat dem Orte deshalb den Namen Wölfragrond (Wildfrauengrund) gegeben.

Quelle: Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes, Luxemburg 1883