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Das Wichtelchen zu Reckingen

Zu Reckingen bei Mersch lebte vor langer Zeit eine arme Witwe mit ihrem Sohn namens Peter. Da sie ihr Ackerpferd verloren und kein Geld hatte, sich ein anderes anzuschaffen, so war es ihr unmöglich geworden, ihre Äcker zu bestellen. Der kleine Peter machte sich deshalb auf den Weg zu seinem Oheim, der in Rollingen wohnte, um denselben zu bitten, ihm sein Pferd zu leihen. Aber der harte Oheim wies ihn mit abschlägiger Antwort ab. Traurig kehrte Peter nach Reckingen zurück. Da gesellte sich unterwegs ein Wichtelmännchen zu ihm, das ihn um die Ursache seiner Niedergeschlagenheit fragte. Nachdem Peter ihm sein Leid geklagt, forderte das Wichtlein ihn auf, am Abend durch seine Nachbaren das nötige Ackergerät und das Samenkorn auf den Acker, den er zuerst bestellt haben wollte, schaffen zu lassen; er werde dann für das übrige sorgen.

Peter tat, wie der Zwerg ihn geheißen, und fand am anderen Morgen den Acker gepflügt, eingesät und eingeeggt. So ging's auch an den folgenden Tagen, bis alle Äcker der gedrückten Familie bestellt waren.

Quelle: Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes, Luxemburg 1883