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Die Wichtelcher in der Goldkaul

In der Goldkaul, einer Einsenkung an dem Kehlbach bei Kehlen, haben vorzeiten die Wichtelcher gehaust, deren Wohnungen, unterirdische Gänge, sich von dort bis in den nahe gelegenen Ehlbusch erstreckten. Diese kleinen Wesen halfen den Leuten bei der Arbeit, kamen nachts in die Scheune eines Bauern und droschen dessen Korn. Das taten sie lange Zeit, bis eines Abends der Knecht, der Mitleid mit ihnen hatte, ihnen, weil sie ja arbeiteten, Essen hinstellte. Aber von nun an kamen die Wichtelcher nicht mehr wieder. Auch hörten die Bauern, die in der Nähe der Goldkaul pflügten, die Zwergkinder der backenden Zwergmutter zurufen: „Mir auch einen Flauch! Mir auch einen Flauch!“ Wenn dann ein Bauer rief: „Mir auch einen Flauch!“, dann fand er des anderen Morgens bei seiner Rückkehr aufs Feld einen Kuchen auf der Pflugschar liegen.

Quelle: Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes, Luxemburg 1883